18 Februar 2007


Literatur 7/07

Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt

Von Mannsmama ausgeliehen bekommen. Gut. Wirklich gut. Aber soooo gut nun auch wieder nicht. (Wie Denis Scheck sagt.) Spiegelbestsellerliste No.1

Literatur 6/07

Craig Thompson - Tagebuch einer Reise

Comic über die Lese- und Privatreise des Zeichners Craig Thompson. Er tingelt von Lyon, Paris, Marokko wieder zurück in die französischen Alpen und nach Paris. Zwar hasst der gute Mann das Reisen und vorallem das Alleinreisen, aber er trifft in Frankreich jede Menge Freunde. Schön gezeichnet!!!


Literatur 5/07

Anna Gavalda - Zusammen ist man weniger allein

Madame Gavalda macht das gut. Sehr gut. Auf französisch wärs vielleicht noch schöner gewesen, aber die Geschichte über die skurrile WG in der Nähe des Eifenturms, hat mich auch auf deutsch überzeugt. Verrückter Adelssprößling mit überguten Manieren nimmt zeichnende Jungputzfrau, rüpeligen Koch und dessen niedliche Oma in seiner ererbten Riesenwohnung auf. Schöne Geschichte!

31 Januar 2007


Merian - Vorarlberg
Es ist ist ganz besonders schön geworden!
Titel, Inhalt, Bilder, alles sehens- und lesenswert.

Kino 02/07
Leopold Grün: Der Rote Elvis
Dokumentation über Dean Reed, den Amerikaner, der in die DDR zog, schlechte Cowboy-Filme drehte und ganz hübsch sang. Nicht nur mit Arafat und Allende. Der Film hat sicherlich ein paar Längen, portraitiert den Weltverbesserer aber ganz gut. Auf der Berlinale im Panorama zu sehen!
Und das Buch zum Film gibts ja auch....

Literatur 4/07
Paul Nizon - Das Fell der Forelle
Extrem guter Titel! Und der Inhalt ist auch ganz ok. Obwohl ich so langsam ein bisschen die Nase voll habe von verkrachten, selbstmitleidigen, männlichen Existenzen in der Literatur. Immerhin spielt die Geschichte in Paris.

Literatur 3/07
Wolf Haas - Das Wetter vor 15 Jahren
Sehr witzig. Und eine gute, neue Idee. Wolf Haas interviewt sich quasi selbst und aus diesem Gespräch heraus entwickelt sich für den Leser der eigentliche Roman. Ein Rheinländer macht sich auf die Suche nach seiner Jugendliebe, die er in den Sommerurlauben mit seinen Eltern in einem österreichischen Dorf über Jahre traf. Cool dieser Herr Haas!
Jetzt muss man doch noch mal seine Brenner-Krimis lesen, die ja auch immer so wundervoll verfilmt werden (Komm, Süßer Tod / Silentium).

Kino 1/07
Jonathan Dayton und Valerie Faris: Little Miss Sunshine
Ganz niedlicher Film. Hat mir gefallen. Ich muss allerdings Frau Gröner recht geben, mit der ich ja sonst seltenst einer Meinung bin, was Filme betrifft: Nett anzusehen, lustig, aber keine Entwicklung in den Figuren. Insofern kein Wunder, dass der Film mehrfach für den Oscar nominiert ist.
Der Film ist also auch gut auf DVD zu sehen.

Literatur 2/07
Joachim Fest - Ich nicht
Auch im Urlaub gelesen. Auch sehr gut. Das Einzige, was mir gefehlt hat: mehr über das weitere Leben seiner Geschwister zu erfahren und vielleicht über sein Privatleben. Schließlich sind einem die Menschen im Laufe der Geschichte an Herz gewachsen, da will man doch wissen, was aus denen geworden ist... Trotzdem interessante Familien-Kriegs-Geschichte aus Berlin.

Literatur 1/07
Pascal Mercier - Nachtzug nach Lissabon
Das erste Buch im neuen Jahr und gleich mit Sicherheit eines der besten. Ich bin froh, dass ich im Urlaub so viel Zeit hatte und dieses Meisterwerk in drei Tagen runterlesen konnte. Spannend. Wunderbar geschrieben. Schöne Geschichte, schlaue Sätze, Spiel mit der Sprache. Alles, was ich liebe, in einem Buch vereint. Unbedingt lesen!
Kurzer Nachtrag zur Literatur 2006
24/06: Tobias Wolff - Alte Schule
Geschenk der Schwester. Schöne Geschichte aus einem Jungsinternat in den 60er Jahren. Lesenswert!
23/06: Nina Berberova - Astashew in Paris
Unsympathischer, ausgewanderter, russischer Verführer. Ok.
22/06: Peter Stamm - An einem Tag wie diesem
Geschenk der Schwester. Über die Midlifecrisis eines Uniprofessors. Gut!
21/06: Jasper Fforde - Es ist was faul
Vierter Band der tolldreisten Literaturabenteuer von Thursday Next. Diesmal muss sie sich auch noch um ihren Sohn Friday kümmern. Und endlich ist ihr Mann, Landen Park Lane, nicht mehr genichtet. Herrlich spannend und lustig, wie immer.
20/06: Siri Hustvedt - Die Verführung der Lily Dahl
Spannend-kuriose Geschichte um eine junge Kellnerin. Die Frau Hustvedt ist gut!
19/06: Elfride Jelinek - Les Amantes (Die Liebhaberinnen)
Geschenk der Cousine. Jelinek auf französisch. Auch gut. Und bestimmt ist ist dieses Buch auch auf deutsch sehr empfehlenswert. In den 70ern geschrieben, hat es doch nichts seiner Aussagekraft über das Verhältnis zwischen Mann und Frau und die Stellung und die Selbsteinschätzung der Frau verloren.
18/06: Haruki Murakami - Untergrundkrieg
Sehr spannendes Dokument über die Betroffenen und die Täter des Tokioter U-Bahn-Sarin-Anschlags der Aum-Sekte. Erschütternd.

08 Oktober 2006

Literatur 13-16/06:
13/06: Wilhelm Genazino - Ein Regenschirm für diesen Tag
Büchner-Preis - mich hats nicht umgehauen. Etwas gelangweilt, gegen Mitte gewann es aber ein bisschen an Fahrt. Nachdem es mir so ans Herz gelegt wurde, war ich daher etwas enttäuscht. Vielleicht lags an der mir extrem unsympathischen Hauptperson - ein Typ, der sich total gehen lässt.
14/06: Alexander Gorkow - Kalbs Schweigen
Oh je, oh je. Ich liebe ja Herrn Gorkows Interviews in der SZ am Wochenende und habe auch sont Hochachtung vor jedem guten Journalisten. Aber hier bestätigt sich mal wieder meine Einschätzung, dass nur die aller-, allerwenigsten Journalisten gute Bücher, Romane, schreiben können. Schon wieder so eine Geschichte über einen entsetzlich dämlichen Typen. Total langweilig! Ich brauchte dringend ein besseres Buch und hatte schon ein wenig Angst vor dem nächsten...
16/06: Martin Page - Antoine oder die Idiotie
Die Mitbewohnerin war gar nicht begeistert gewesen. Ich, Gott sei Dank nach den zwei Pleiten zuvor, sehr. Gut geschrieben, lustige Idee. Ein burmesisch-französischer Intellektueller, der nicht anders kann als intellektuell zu sein, beschließ doof zu werden. Nachdem er wegen seiner Alkoholallergie nicht Alkoholiker werden kann, nimmt er Psychopharmaka und betrachtet fortan alles nur noch oberflächlich. Seine Freunde finden das zwar dämlich und verlassen ihn, dafür wird er jetzt Börsenmakler und macht eine Menge Geld. Bis vom Blöd-sein zuviel hat.... Höchst amüsantes Buch!
17/06: Alessandro Baricco - Ohne Blut
Mit Baricco kann man eigentlich nie was verkehrt machen. So auch diesmal. Schnell gelesen weil kurz, aber auch weil gut. Lesen. Gut für eine Zugfahrt!

08 August 2006


Die Mission zum Detail

Sehr weit reicht das finnische Kulturgedächtnis nicht zurück. In den 50ern setzt die Wahrnehmung erst so richtig ein. Damals wurde der Architekt und Designer Alvar Aalto auch im Ausland bekannt und somit zum Nationalhelden. Mit ihm und nach ihm kamen weitere Designer. Die Tradition war schnell begründet. Wirkkala, Sarpaneva. Wer in Finnland was auf sich hielt wurde Designer. Da man in Finnland jedoch grundsätzlich nicht viel auf sich halten darf, wurden die meisten Namen lange nicht so bekannt wie der Aaltos. Doch heute hat man sich von den alten Fesseln befreit. Finnnisches Design ist wieder wer. Bekannt sind nicht nur Stefan Lindfors, sondern auch Harri Koskinen, Illka Suppanen und Mikko Paakkanen.

Klar wurde auf der Reise, dass die Japaner auf finnisches Design stehen, dass jeder Finne mindestens ein bekanntes finnisches Designobjekt zu Hause hat oder darauf spart, dass Finnen gerne auf Messen gehen, bei denen man sich ganze Häuser und neue Dörfer anschauen kann, dass die Aalto-Vase nach wie vor, bzw. wieder ein Bestseller ist, dass es jede Menge gute, junge finnische Modedesigner/innnen gibt, dass man sich in den Designshops und bei Marimekko arm shoppen kann und dass Finnen eben Finnen sind und bleiben - selbst dem angesagtesten Designer gefällt seine Axt als Objekt am besten.

Zudem muss festgestellt werden, dass Essengehen extrem teuer ist in Helsinki (über die Ausgaben im Savoy, dem Restaurant, das Aalto in den 50ern komplett eingerichtet hat und das seitdem nicht verändert wurde, kann man nur Stillschweigen bewahren), der Besuch auf dem Markt ist jedoch weit billiger und eröffnet dazu ganz besondere Gaumenfreuden: zuckersüße Erdbeeren, leckeren Fisch, herrliche Kartoffeln und Erbsenschoten als Snack. Dringend abzuraten ist von dem Genuss eines Fischbrotes am Hafen, da die Möwen dreistesten Mundraub begehen.

Äußerst charmant ist der sozialistische Touch der Stadt, was ihr Aussehen betrifft, ebenso die vollkommen unverständliche Sprache und die äußerst angenehme Lage am Meer.

Wollte ich früher unbedingt nach Paris ziehen, könnte ich mir jetzt ein Leben in Helsinki gut vorstellen. Es gibt jede Menge Kneipen, eine schöne Innenstadt, immer eine Sauna und der Winter kann auch nicht so viel schlimmer sein als bei uns.

Bild: Aaltos damals revolutionären Tische mit dem gebogenen Holz aus dem Savoy

07 August 2006


SUOMI
Hach, schön war's. Und so interessant. Und natürlich mal wieder extremst lustig. Schließlich ist der Finne ja - sowohl freiwillig als auch unfreiwillig - ein großer Spaßvogel.
Jetzt erst mal sortieren. Morgen mehr von der Reise.

31 Juli 2006


Abkühlung dachte die Mutter
und schickte folgerichtig dieses Bild. So könne es nämlich auch bald wieder aussehen. Und wenn wir den El Nino nicht in Griff kriegen, dann haben wir vielleicht sogar schon morgen wieder so ein Wetter.
Dummerweise hatte es sich bis zum Eintreffen des Fotos schon von selbst ein wenig abgekühlt. In Berlin wars aber am Wochenende noch schlafuntauglich heiß gewesen. Ich verstehe mich selbst jetzt schon den zweiten Sommer nicht: Warum kaufe ich nicht endlich mal einen Ventilator, wenn es noch welche gibt? Auf Vorrat sozusagen. Nunja. Für den nächsten heißen Sommer hat der Mann zwei Lüftchenmacher. Jetzt muss eben das Schneebild ausreichen. Und der Trip nach Norden.

24 Juli 2006

Ecken
Da will man der kleinen Aushilfspraktikantin ein bisschen helfen und ihr den Weg zum Klo zeigen und da stellt die doch gleich ganz messerscharf fest, dass man, wenn man "ums Eck" statt "um die Ecke" sagt, nicht aus Hamburg kommen kann. Ja. So ist es. Gut so.

Supermarktverletzung
Man kennt das Phänomen: Egal an welche Kasse man sich gerade anstellt, und ist es auch die mit der noch so kurzen Schlange, es war immer die falsche. Bisher konnte ich noch nicht verstehen, wieso es ausnahmslos jedem Supermarktbesucher mit dem ich spreche so geht. Denn schließlich muss es ja auch Menschen geben, die immer an der schnellsten Kasse anstehen, das wäre doch nur logisch. Aber es gibt sie nicht, diese Menschen. Supermarktphänomen!
In meinem neuen Supermarkt, ein toom - was schon in der Namensgebung unfassbar hässlich ist -, stehe ich nicht nur ständig an der falschen Kasse. Nein da gibts viele spannende Sachen. Zum Beispiel scheint es keine Klimanlage zu geben. Einzig im hinteren Teil des gigantischen Marektes ist es kühl, was wohl daran liegt, dass dort die Kühl- und Gefriertruhen stehen. Bereits 30 Meter vor den Kassen wird es wieder heiß. Abnorm heiß. Also rund 10 Grad heißer als vor der Tür. Eine Zumutung nicht nur für die Kassiererinnen, die allerdings so nie gesehen dümmlich vor sich hin starren, dass sie die Temperaturen und ihre vor Schweiß triefenden Kunden gar nicht wahrnehmen. Stoisch ziehen sie Artikel für Artikel über den Scanner. Den Preis sagen sie gar nicht erst an. Vielleicht können sie gar nicht sprechen. Hitzeunempfindliche Avatare aus einer Fehlproduktion, bei der man vergaß an die Gestaltung des Äußeren einen Designer zu setzen?
Insgesamt 16 Kassen hat der tolle toom. Besetzt sind grundsätzlich nur 2 bis 6 Kassen. Dementsprechend lange sind die Schlangen am Abend. Doch das stört weder die Kassiererinnen - die merken ja nichts - noch das extremst spärlich in der Verkaufshalle vetretene Verkaufspersonal. Das hat zur Folge, dass die sonst so zurückhaltenden Hanseaten ein bisschen aggressiver werden. Da fährt man sich schon mal in die Hacken oder gleich über den Fuß. Meiner ist jetzt aufgeschürft, blau, bewegungseingschränkt und tut weh.

23 Juli 2006


Unersättlich
Seit ich mich damals beruflich mit dem Architekten und Designer Alvar Aalto beschäftigen musste, liebe ich diese Vase. Und seine Möbel. Zwei dieser wunderbaren Glasvasen habe ich schon geschenkt bekommen. Wenn ich jetzt nach Helsinki fahre, werde ich bestimmt noch eine kaufen. Sie ist einfach zu schön.
Und so könnte sogar ein Haustier-Friedensangebot an den Mann aussehen. Finnisch verpackt sind sogar langweilige Fische hübsch. Und müsste nicht auch jeder Gartenteich diese Form haben?




Literatur 12/06: Was ich liebte
Von Siri Hustvedt. ich wollte es schon lange mal lesen, insbesondere seit ich damals in einer Ausgabe von Dummy ein Interview mit ihr gelesen hatte. Zu Anfang war ich etwas enttäuscht, fand die Geschichte zu gradlinig, alles war so heile Welt, es langweilte mich ein bisschen. Doch plötzlich bricht die Geschichte ein. Ein Kind stirbt, die Eltern kommen nicht über ihren Schmerz hinweg, trennen sich. Irgendwie leben alle weiter, andere schreckliche Dinge passieren. Menschen ohne Persönlichkeit zerstören das Leben anderer. Hustvedt zeigt Schicksalsschläge und wie man mit ihnen (nicht) klar kommen kann und sie zeigt, wie wichtig Freundschaften sein können. Ich war plötzlich völlig fasziniert von dieser Geschichte, die in den 80er und 90er Jahren in der New Yorker Kunstszene spielt. Und wie es so geht, ich las und las und las und es war halb fünf am Morgen und in der nächsten Nacht hatte ich es dann ausgelesen.
Wer's noch nicht gelsen hat, ab in den Buchladen.
rororo hat die schöne Samtausgabe für wenig Geld. Ist aber mehr lila als hier auf dem Bild. Fasst sich gut an. Pluspunkt.
Same-same
Als ich damals den Mann kennenlernte, las er gerade Mr. Aufziehvogel von Murakami. Das machte ihn äußerst sympathisch. Das Buch, das ich gerade las (Feuilletonbeiträge von Sebastian Haffner), hatte er just hinter sich. So konnte ich jeden Abend - egal wo ich mich aufhielt - in meinem Buch weiter lesen. Ich war schwer beeindruckt. Wann trifft man schon mal Menschen, die gerade exakt das selbe Buch lesen wie man selbst? Nun, es scheint nicht ganz so selten zu sein. Das Buch, das ich gerade in Nachtsitzungen ausgelesen habe, hat nun gerade der Australier angefangen zu lesen, ohne meine Empfehlung. Bizarre Zufälle hier überall.